Tikal

Tikal

Tikal

Die berühmte Maya Stadt Tikal liegt im Petén. Das ist ein nördlicher Teil Guatemalas welcher riesig, dünn besiedelt und von Dschungel bedeckt ist. Im Petén gibt es noch weitere interessante Maya Stätte wie z.B. El Mirador oder Piedras Negras, welche allerdings noch abgelegener sind als Tikal und deren Geheimnisse sich erst nach einer mehrtägigen Wanderung durch den Dschungel offenbaren. Im nördlichen Teil des Petén sowie zu Teilen in Mexiko und Belize liegt das Maya-Biosphärenreservat. Das ist ein Naturschutzgebiet welches mehr als 30.000 km² umfasst. Der Parque Nacional Tikal gehört seit 1979 zum UNESCO Weltkulturerbe.

Tikal liegt auf einem kleinen Hügel oberhalb einer morastigen Fläche was wahrscheinlich auch der Grund war weshalb sich die Mayas im Jahre 700 v.Chr. hier niederließen. Ausserdem gab es ein beachtliches Vorkommen von Flintsteinen was zur Herstellung von Messern, Speerspitzen und Keulen genutzt wurde. Unter anderem auch durch die Spezielisierung ,der Verarbeitung und dem Handel wuchs Tikal und es wurde begonnen Steinbauten zu errichten.

Tikal war schon in der frühen klassischen Zeit eine dicht besiedelte Stadt mit großer religiöser, kultureller und wirtschaftlicher Bedeutung.

Tikal breitete sich aufgrund seiner militärischen Stärke und der Verbindung zu Teotihuacán (Mexiko) zu einer Fläche von ca. 30km² und einer Bevölkerungszahl von 100.000 Menschen aus und hatte immer wieder Probleme mit dem Mayareich von Caracol (Belize). Jedoch konnte sich Tikal vom Joch Caracols befreien und erneut die Vorherschaft erlangen. 695 eroberte Tikal sogar seinen größten Rivalen, das mexikanische Mayareich Calakmul mit welchem es immer wieder Konflikte zu bewältigen hatte. Um 900 herum teilte Tikal das Schicksal der restlichen Mayazivilisation und litt unter einem mysteriösen Verfall. Heute sieht man noch das dass komplette Gebiet reich vom Grün des Dschungel überdeckt ist und das die Flora und Fauna Tikals immernoch eine ganz besondere ist. Der Teil Tikals der freigelegt wurde ist gut begehbar aber dennoch befindet man sich tief im Urwald was sich bemerkbar macht, aber auch seinen besonderen Reiz ausmacht.

Gran Plaza

Auf der Gran Plaza (dem großen Platz) befinden sich die zwei beeindruckenden Tempel „Templo de Gran Jaguar“ und der „Templo de los Máscaras“  sowie die „Acrópolis del Norte“ und die „Acrópolis Central“. Hier kann man gerade am frühen Morgen und am späten Nachmittag wunderbar Tiere beobachten wie zum Beispiel Tucane, verschiedene Vögel oder Pfauentruthühner. Die Farbvielfalt der Tiere ist unglaublich.

Templo 1 (Templo del Gran Jaguar)

Der Tempel des großen Jaguars wurde zu ehren von König Ah Cacao (Jasan Chaan Kawil) gebaut und diente auch als seine Ruhestätte. Der Tempel ist 44 Meter hoch. Sein Sohn folgte ihm 734 auf den Thron und baute den Tempel über seinem Grab zuende. Es wurden zahlreiche Grabbeigaben gefunden wie zum Beispiel Rochenstachel (die oft bei rituellen Aderlässen zum Einsatz kamen), 180 gegenstände aus Jade, Perlen und 90 Knochen mit eingeschnitzten Hieroglyphen. Das hohe Dach welches den Tempel ziert war wahrscheinlich in kräftigen Farben gestrichen und mit vielen Reliefs verziert.

Heute kann man leider diesen Tempel nicht mehr besteigen aber hat dafür auf dem Tempel 2 direkt gegenüber einen ebenso phantastischen Ausblick.

Templo 2 (Templo de las Máscaras)

Der Tempel 2 der wegen seiner kunstvoll gearbeiteten Fassade auch „Templo de las Máscaras“ genannt wird steht direkt gegenüber von Tempel 1 auf der Gran Plaza. Früher war er vermutlich einmal fast ebenso interessant wie sein gegenüber Tempel 1 allerdings misst er heute 38 Meter (Ohne Dachkamm).

Auch dieser Tempel besitzt 3 Innenräume (welche man heute allerdings leider nicht mehr besichtigen kann) in denen großartige Wandmalereien der Maya aus der klassischen Periode enthalten sind.

Für uns war es ein tolles Erlebnis früh am Morgen hier herauf zu steigen denn es waren nur wenig Besucher da aber dafür umso mehr Tukane, Papagaien, Vögel und Pfauentruthähne.

 

Acrópolis del Norte

Die Nordakropolis wurde schon viel früher als die beiden großen Tempel 1 und 2 genutzt und bebaut. Tatsächlich fand man wohl hinweise das dieser Ort schon vor Christi Geburt genutzt wurde. Um ca 800 n. Chr. bestand die Akropolis aus mehr als 12 Tempeln auf einer großen Plattform. Vieles war wohl von König Ah Cacao erbaut worden.

Heute findet man zwei große Wandmasken die aus den früheren Gebäuden geborgen wurden und nun durch kleine Dächer geschützt sind. Ausserdem kann man auf dem großen Platz zwei Stelenreihen entdecken die an die großen Taten der Könige von Tikal erinnern sollen.

Templo 3 (Tempel des Jaguarpriesters)

Tempel 3 wird immernoch restauriert und ist bisher nur oben freigelegt. Hier hat man eine Innenschrift im Türsturz gefunden welche auf den Herrscher: “ dunkle Sonne“ hinweist. Davor steht die Stele 24 auf der das Datum ihrer Herstellung 810 zu sehen ist. Der Tempel ist 55 Meter hoch und heißt Tempel des Jaguarpriesters, da am Eingang der Räume eine Szene in Holz geschnitzt wurde, die einen Priester darstellt der in Jaguarfellen gekleidet ist. Der Kopfschmuck ist wunderschön und sehr aufwendig gestaltet.  Das kostbare Stück ist im Museo Nacional und der Hauptstadt ausgestellt.

Complejo N

Complejo N befindet sich zwischen Tempel 3 und 4 und ist ein gutes Beispiel für die in der Spätklassik erbauten Zwillingstempel. Hier befinden sich ausserdem eine Stele und ein Altar. Auf der Stele 16 wurde der Herrscher Ah Cacao dargestellt. Sie ist ziemlich gut erhalten und man kann sogar den beeindruckenden Kopfschmuck gut erkennen. Der Kopfschmuck ist wie häufig bei den Maya mit großen Federn des Quetzalvogels dargestellt. Sein Vater starb in einem Kampf gegen Calakmul und so wurde er zum 26. Herrscher von Tikal. 695 besiegte er Calakmul, befreite Tikal und verhalf ihr somit zu neuer Macht und Einfluss. Ah Cacao baute auch Tempel 1. Nach seinem Tod herrschte sein Sohn Yikin Chan Kawil welcher für seinen Vater Tempel 1 zuende und Tempel 4 bauen ließ.

Ausserdem ist hier der Altar 5 zu finden welcher eine rätselhafte Geschichte zeigt. Zu sehen sind auf dem Altar zwei Männer auf Knien welche sich über einen Totenschädel und Knochen beugen. Die beiden Männer stellen Hasaw Chan Kawil und einen Priester dar. Die beiden Männer exhumieren das Skelett einer Herrscherin namens Lady Tuun Kayawak um sie erneut zu beerdigen.

Templo 4

Der Tempel 4 ist mit knapp 65 Metern der höchste Tempel in der Maya Welt und wurde erst 1937 wiederentdeckt. Er ist nach Osten ausgerichtet und so kann man wenn man ihn heute emporsteigt über den Dschungel direkt zu Tempel 3, Tempel 2 und auch Tempel 1 sehen. Innenschriften auf hölzernen Türrahmen welche sich heutzutage in einem Museum in Basel befinden, lassen darauf schließen das der Tempel 4 um 741 erbaut wurde. Ein exaktes Datum kann man allerdings nicht nachweisen da die Pyramiden immer wieder überbaut wurden.

Acrópolis Central

Die zentrale Akropolis befindet sich gegenüber der Acrópolis del Norte und besteht aus einem Labyrinth aus kleinen Räumen, Tempeln und Höfen. Viele Forscher glauben entweder das dieser Ort früher der Wohnsitz der Adeligen von Tikal war und andere wiederum glauben es war ein Ort für rituelle Zeremonien.

El Mundo Perdido

El Mundo Perdido (die verlorene Welt) ist ein Komplex der aus ungefähr 38 Gebäuden mit einer großen Pyramide in der Mitte besteht. Es wird angenommen das dieser Ort unter anderem auch zu astronomischen Zwecken genutzt wurde.

Archäologen haben in die große Pyramide Tunnel gegraben und vier ähnliche Pyramiden unter der Außenfasssade gefunden. Das älteste Bauwerk stammt wohl aus dem Jahre 700 v. Chr.  und ist somit das älteste Maya Gebäude von Tikal. In den Jahren 100 bis 200 v Chr. war dieser Ort wahrscheinlich der erste große Zeremonialkomplex Tikals.

Ein kleinerer Tempel zeigt mit dem Talud-Tablero-Stil den Einfluss von Teotihuacán (Mexiko) aus der frühklasssischen Zeit.

Plaza de los Siete Templos

Auf diesem großen grünen Rasenplatz gibt es einen ungewöhnlichen Dreifach-Ballspiel-Platz zu sehen. Aber das beeindruckendste und namensgebende auf diesem Platz sind die sieben nebeneinander stehenden Tempel. Der Tempel in der Mitte ist der Größte der sieben und hat einen besonderen Fries in Form eines Totenschädels.

Templo 5

Der Tempel 5 ist sehr steil und 57 Meter hoch. Man kann ihn nicht erklimmen und er entstand irgendwann im 7. oder 8. Jahrhundert.Er besteht aus 7 Plattformen und hat leicht gerundete Ecken was etwas besonderes ist. Bei neuesten Grabungen kamen einige Bauten unter dem Tempel zum Vorschein in denen Teile des Maya Kalenders an den Wänden gefunden wurden. Die Südakropolist in der Nähe wurde bisher noch nicht freigelegt.

Templo 6 (Templo de las Inscripciones)

Der Tempel 6 oder auch der Tempel der Innschriften ist etwas abgelegener von den anderen Komplexen Tikals. Wir haben dies allerdings genossen denn hier lassen sich Tiere wie Affen und verschiedene Vogelarten sehr gut beobachten. Auf der Rückseite des Tempels sind (schwer zu erkennen wegen der Sonne und des verwitterten Steines) eine lange Innenschrift zu erkennen. Diese Glyphen beschreiben die Abfolge der Könige Tikals. Allerdings ist es von unten schwer zu entziffern und hinaufsteigen kann man nicht.

Complejo Q

Die Complexe Q und R bestehen aus zwei gleichen Pyramiden die sich genau gegenüber stehen wobei die eine im Osten steht und die andere im Westen. Sie verdeutlichen die Ost- Westachse die häufig bei den Maya zu finden ist und stellen ein gutes Beispiel für die Zwillingstempelbauweise der Spätklassik dar. Vor der Pyramide im Osten sind neun Stelen und Altäre zu finden die hier besonders die spätklassische Reliefschnitzerei aus Tikal zeigen und 771 entstanden sind. Der Platz vor der Pyramide im Westen ist frei und im Norden dieser Gebäude wurde ein kleiner Hof mit einer Stele und einem Altar errichtet. Die besondere Anordnung der Gebäude war für die Maya nicht nur wegen der Bestimmung von Zeiten und astrologischen Zwecken wichtig, sondern vorallem eine Glaubensfrage. Die Zwillingspyramidenkomplexe sind eine einzigartige architektonische Anordnung der Maya von denen sieben in Tikal gefunden wurden aber nur eine ausserhalb in Yaxhá. Sie wurden in der Spätklassik zum Ablauf eines bestimmten Kalenderzyklus errichtet.

Grupo G (Palacio de los Acanaladuras)

Die Grupo G wurde von Yikin Chan Kawil erbaut und muss einst sehr luxuriös gewesen sein. An diesem Ort wurden Besucher empfangen. Heute kann man durch einige kleine Gänge wandern und kleine Räume ansehen.

Tikal ist nicht nur eine der bedeutendsten Mayaruinen sondern auf jeden Fall eine der Interessantesten. Da man es einfach nicht schafft alles an einem Tag zu sehen, ist hier auch nicht alles beschrieben bzw. vollständig.

Wir fanden Tikal total toll und haben unseren Besuch sehr genossen. Wir würden die Ruinen von Tikal auf jeden Fall empfehlen wenn man die Möglichkeit hat sie zu besichtigen 🙂

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