Jordanien

Jordanien

Jordanien

Über manche Orte hört man sehr viel, man kennt auch den ein oder anderen der schon einmal da war und dann gibt es auch die Länder, von denen man nur wenig hört und vielleicht auch nur wenig weiß.  Jordanien war für uns so ein „unbekanntes“ Land denn wir kannten nur zwei Menschen die schon da waren. Allerding sind beide total begeistert! Rubens Großtante zum Beispiel betonte immer wieder träumerisch Ihre Reise nach Jordanien sei ihre schönste gewesen.

Da wir nur noch eine Woche Urlaub hatten, über wenig Reiseerfahrungen verfügten und keiner von uns beiden arabisch spricht (leider!) fuhren wir mit einer Reisegruppe im Oktober 2017 nach Jordanien. Heute würde Andrea sofort wieder nach Jordanien reisen aber diesmal auf eigene Faust und länger als 7 Tage!

Die Reaktionen vor der Reise in unserem Umfeld waren sehr gemischt, sie reichten von „Oh wie schön, Jordanien ist ein tolles Land!“ über „Wo liegt das und was ist eigentlich die Hauptstadt?“ bis hin zu „Was? Ist da nicht Krieg?“.

Nein in Jordanien ist kein Krieg. Wir haben uns nicht einmal unsicher gefühlt und die Menschen waren sehr freundlich und hilfsbereit. Die Hauptstadt von Jordanien ist Amman von wo aus unsere Reise begann.

Karte-der-Reiseroute-in-Jordanien
Unsere Reiseroute

Gerasa (das heutige Jerasch)

Wir besichtigten das antike Gerasa eine der weltweit am besten erhaltenste römischen Siedlung, die an einer der wichtigsten Handelsrouten der damaligen Zeit lag. Gerasa ist einfach unglaublich! Am liebsten wäre Andrea von morgens bis abends durch die Überreste dieses faszinierenden Ortes geschlendert denn es gibt so viel zu sehen. Leider gibt es nur wenig Schatten, außerdem braucht man einen guten Sonnenschutz und viel zu Trinken.

Erste Hinweise auf menschliche Besiedlung stammten schon aus dem Jahre 6000 v.Chr.. Später wurde Gerasa zu einer der wichtigsten Handelsstädte neben Petra.

Hadriansbogen

Am Eingang steht der Hadriansbogen der mich schon gleich begeisterte. Es gibt ein Besucherzentrum, ein Hippodrom und das ovale Forum.

Blick auf das ovale Forum in Gerasa
Cardo Maximus

Vom Forum aus führt der Cardo Maximus (Hauptstraße) nach Norden und von den mehreren hundert Säulen sind noch zahlreiche erhalten. Es beeindruckt Andrea sehr, dass alles so gut erhalten ist sodass man sogar Spuren damaliger Wagenräder sowie das Abwassersystem erkennen kann.

Nymphäum

Das Nymphäum ist ein zweistöckiger Brunnen mit vielen Fresken, Verzierungen und Statuen gewesen wovon man heute noch einiges erkennen kann.

Südtheater

Das Südtheater hat eine unglaubliche Akustik sodass man selbst ganz oben (da fast 5ooo Menschen reinpassten ist es ziemlich groß) jedes einzelne Wort hören kann was unten gesprochen wird. Als ob die Akteure direkt neben einem stehen würden….!!!  🙂

Es gibt noch ein Museum in dem man durch z.B. Schmuck, Gefäße und Münzen einen weiteren Eindruck vom früheren Leben dort bekommt.

Die Überreste des Zeustempels

Der Zeustempel ist leider nicht mehr so gut erhalten wie viele andere Gebäude, da seine Steine zum weiteren Bauen genutzt wurden.

Man merkt schon Andrea ist auch heute noch sehr begeistert von Gerasa. 😉

Amman

Zitadelle von Amman

Am Nachmittag sind wir nach Amman gefahren und haben den Zitadellenhügel besichtigt. Von dort aus hat man einen schönen Überblick auf die Altstadt und das römische Theater. Die Zitadelle steht auf dem Berg Jabel el Qala´a und ist einer der ältesten, besiedelten Orte der Welt.

Ausblick auf das römische Theater in Amman

Dort liegen auch die Überreste des unter Marc Aurel erbauten Herkules Tempels aus dem 2. Jahrhundert. Nur einige kolossale Säulen erinnern noch an die einstige Größe des Bauwerkes. Der Ausblick war klasse und ein super Start um die Altstadt von Amman zu besichtigen.

Herkules Tempel

Berg Nebo

Kirche auf den Berg Nebo

Wir besuchten auch den Berg Nebo von dem aus man einen tollen Ausblick hat. Leider hatten wir an diesem Tag ein bißchen Pech denn es war etwas diesig, weshalb uns keine guten Fotos von der Aussicht gelungen sind. Aber wir konnten das Jordantal und die weiße Moschee in Jerusalem sehen. Diese Weite beeindruckte mich trotz des nicht perfekten Wetters. Auf dem Berg steht eine Kirche die oft verändert und erneuert wurde. In ihr kann man alte Mosaike mit verschiedenen Jagd und Tiermotiven sehen (z.b. Löwen und Gazellen).

Madaba

P1290576
Madaba

Madaba wurde nach einem Erdbeeben aufgegeben und erst einige Zeit später wieder besiedelt. Da fand man viele Kirchen und Mosaike von denen das berühmte Mosaik von Madaba das bekannteste ist. Es befindet sich in einer griechisch-orthodoxen Kirche namens St.-Georgs-Kirche und zeigt Palästina. Es ist wohl das älteste und besterhaltenste Mosaik das eine geografische, topografische und religiöse Karte zeigt. Es befindet sich mitten auf dem Boden dieser Kirche und war ca 16x 6 Meter groß.

Außerdem gibt es in Madaba noch den archäologischen Park in dem sich auch alles um Mosaike dreht.

Kerak

In Kerak sind wir dann noch zur gleichnamigen Festung gefahren.

Petra

Auf dem Weg zum Siq

Endlich war es so weit. Ich war ganz aufgeregt, denn an diesem Tag würde ich die berühmte Felsenstadt Petra sehen. 🙂

Petra war in der Antike die Hauptstadt des Reiches der Nabatäer. Durch die gute und geschütze Lage war sie einer der wichtigsten Handelsstädte und gelangte so zu Reichtum und Wohlstand. Der nächstgelegene Ort ist die Stadt Wadi Musa wo man heutzutage auch Unterkünfte findet.

Wenn man Petra besuchen möchte kommt man über das Besucherzentrum zum Eingang denn es beginnt alles mit dem 1,5 Km langen Siq. Diese Felsschlucht ist mal etwas breiter, mal etwas schmaler und hat zu beiden Seiten ca 70 Meter hohe Felswände aus Sandstein. Man kann hier wunderbar das ausgereifte Wassersystem erkennen das in Kombination mit der sicheren geografischen Lage den Nabatäern dazu verhalf, Petra für lange Zeit zu Blüte und Wachstum zu bringen. Wir bestaunten nun das unglaubliche Wassersystem im Siq. Woher auch immer die Nabatäer wussten das Wasserrohre konstant 4 Grad Neigung brauchten (nicht mehr und nicht weniger) und wie sie das über Kilometer hinweg umsetzen konnten ist Andrea immernoch ein Rätsel.

Im Siq

Wir verfolgten die rasanten Kutschfahrten (ja auch durch den schmalen Siq). Die armen Pferde versuchten rutschend Touristen die nicht laufen konnten oder wollten mit kleinen Kutschen schnell durch den Siq zu transportieren.

Und dann ist es endlich so weit. Wir kamen an das Ende des Siqs. Und da war er, dieser Moment in dem Ausschnitte des ersehnten Gebäudes (Al Khazne al-Firaun) aus den Schatten der immer enger werdenden Felsklamm zu sehen sind und man dann den ersten Blick auf das wahrhaftige Schatzhaus hat.

P1290959
Das Schatzhaus

Obwohl man den Blick schon von Fotos kennt und schon oft erzählt bekommen hat wie toll es ist, ist es ein unglaubliches Gefühl das Schatzhaus in echt zu erblicken. Anscheinend war es auch so gedacht, das man beeindruckt und ehrfurchtsvoll Petra betritt, weshalb die Fassaden groß und reich verziert geschaffen wurden und im Inneren eher schlicht gehalten sind. Leider kann man das Schatzhaus heute nicht mehr von Innen besichtigen da anscheinend viele Besucher in der Vergangenheit Vandalismus betrieben.

Das Schatzhaus ist eigentlich ein Grabmal und der Name „Schatzhaus“ entstand, da fälschlicherweise in der Urne ganz oben am Gebäude wertvolle Schätze vermutet wurden.

Die 40 Meter hohe und 25 Meter breite Fassade wurde wie alle Grabmäler in Petra von oben in den Stein gehauen. Das war gefährlich, hat viel Zeit und technisches Verständnis gefordert. Die Steinmetze müssen ihr Handwerk verstanden haben denn es gab keine Gerüste oder Krähne. Sandstein zu bearbeiten erfordert wohl viel Erfahrung was all diese Kunstwerke natürlich noch beeindruckender macht.

P1300052 - Kopie 2

Das große Theater welches auch aus Sandstein geschaffen wurde ist riesig und wunderschön! Der Sandstein schimmert in so vielen verschiedenen Farben, sodass ich mich garnicht satt sehen konnte. Es war mir eine wahre Freude an diesem Theater entlang zu wandern.

Gegenüber dem Theater gab es noch weitere Felsengräber und eine damalige große Hausptstraße die wohl einst mit vielen Geschäften gesäumt war, wovon heute jedoch leider nicht mehr viel erhalten ist.

Nach einer kurzen Teepause nahmen wir einen kleinen Weg in die Berge, der nach ca 40 Minuten oben auf dem Felsen endete, von denen man einen grandiosen Ausblick hatte! Diese kleine Wanderung hat sich also auf jeden Fall gelohnt, denn man hat den perfekten Überblick und den Ausblick von oben auf das Schatzhaus! Hier oben war es so schön! Es war viel ruhiger und man hat kurz vergessen das noch eine Menge weiterer Touristen das Schatzhaus mit einem teilten.

Ausblick nach der Wanderung auf das Schatzhaus

Wieder unten angekommen besichtigten wir die Kirche in der man ein paar Mosaike sehen konnte und weitere monumentale Felsengräber, bis wir dann am Nachmittag (so ca 15-16 Uhr) am Schatzhaus entlang gingen um durch den Siq zurück zum Parkplatz zu gehen. Und da lag das Schatzhaus in einem ganz anderen wunderschönen Licht, der bald untergehenden Sonne und mit einem fast leeren Vorplatz! Es war der Hammer! Es war natürlich super aufregend das Schatzhaus zum ersten Mal in Wirklichkeit zu erblicken, aber hier entlang zu schlendern, etwas mehr mit Ruhe, zu sehen wie das Licht der Nachmittagssonne den Sandstein in ein anderes Licht taucht und somit andere Farben hervorbringt und Fotos machen zu können ohne Touristen direkt vor dem Eingang auf einem Kamel für DAS Foto posieren, war einfach unglaublich schön.

Zufrieden und erfüllt gingen wir durch den leisen Siq zurück zum Ausgang und waren einfach nur überglücklich und überwältigt.

Wadi Rum

Wadi Rum

Wir machten eine Jeeptour durch das berühmte Wadi Rum, die berühmte Wüste Jordaniens, deren Felsen aus Granit und Sandstein besteht. Immer wieder stiegen wir aus um noch mehr traumhafte Felsformationen oder Sanddünen zu fotografieren.

Der Tee in einer kleinen Pause war bei diesem faszinierenden Ausblick natürlich besonders gut. Wir erklommen eine kleine „Brücke“ in ca 20 Metern höhe, sahen die berühmten Felsformation “ Die sieben Säulen der Weisheit“ nach dem gleichnamigen Buch von Lawrence von Arabien, erkletterten Sanddünen und machten einen entspannten und ruhigen Spaziergang von unserem Beduinencamp aus, welches unsere Unterkunft in der nächsten Nacht war. Dieses Beduinencamp hatte ich mir natürlich ganz anders vorgestellt, viel kleiner und irgendwie „einfach“ ausgestattet, aber nun gut….. In meiner naiven Vorstellung dachte ich auch man könne am Abend hier besonders gut Sterne sehen, aber leider war nebenan noch ein weiteres Camp und somit war es zu hell und auch etwas lauter als erwartet.

Jedenfalls gab es am Abend unglaublich leckeres Essen das in einem “ Ofen in der Erde“ zubereitet wurde. Es gab frisch gemachtes Fladenrot und Humus was super geschmeckt hat, obwohl man sagen muss das das Essen in Jordanien generell sehr lecker war. Es gab immer reichlich zu Essen, fast immer frisches Fladenbrot mit eingelegten Kleinigkeiten oder z.B. Käse, Humus, Bohnen in allen Varianten, Gemüse wie z.b. Blumenkohl oder Auberginen, Joghurtsoßen, Weinblätter und verschiedenen Dips. Als Hauptspeise gab es meistens Huhn oder Lammfleisch mit verschiedenen Reisvarianten. Die unglaubliche Vielfalt der Gewürze machten das Essen nicht nur geschmacklich ausgezeichnet sondern auch bunt und abwechslungsreich. Fast überall gab es fruchtig frischen Minztee oder Saft aus frischem Granatapfel und Früchten. Ich war sehr begeistert was das Essen in Jordanien angeht und kann mich nicht erinnern dort mal schlecht gegessen zu haben.

Aqaba

Auf dem Weg nach Aqaba haben wir am roten Meer angehalten. Ich habe mich tierisch auf das Schnorcheln gefreut. Das Wasser war schön blau und klar, sodass wir einige Fische, Korallen und Seeigel sehen konnten. Aqaba ist ein beliebter Ort um einen Strandtag zu genießen.

Das Tote Meer

Und da war er auch leider schon. Unser letzter Tag in Jordanien. Wir fuhren an das Tote Meer und ließen uns auf dem Wasser mit hohem Salzgehalt treiben. Auch den mineralreichen Schlamm nutzen wir als Maske und genossen diesen unglaublichen Ort!

Das Ufer des toten Meeres liegt auf ca 400m unter dem Meeresspiegel. Es war ein entspannter Abschluss bevor wir wieder zurück nach Amman fuhren um dann nach Deutschland zurück zu fliegen.

Wie gesagt Jordanien ist ein unglaublich tolles und faszinierendes Land und die paar Tage waren leider viel zu kurz. 🙂

Page with Comments

    1. Hallo Rita,
      Schön das du auch unseren Blog liest! 🙂 Ja also Jordanien war echt super und ich freue mich immer wenn ich Mal wen treffe der auch schon dort war und ebenso begeistert ist! Ich hatte auch viel Spaß beim Schreiben der Seite und in Erinnerungen schwelgen! 😉 Liebe Grüße Andrea

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.