#4 Chichén Itzá

#4 Chichén Itzá

Auf geht´s nach Chichén Itzá!

Pyramide des Kukulcán

Auch beim zweiten Mal war unsere Vorfreude nicht zu bremsen und so fuhren wir mit dem Collectivo (Kleinbus der losfährt, wenn er voll ist) früh los nach Chichén Itzá. Zum Glück mussten wir auch gar nicht lange warten, denn das eine Collectivo suchte genau noch 2 Personen, die nach Chichén Itzá mit wollten (das waren wir!!!).   🙂

Und wir hatten sogar noch mehr Glück, da in dem Bus noch drei junge Frauen waren, die gleich bei Ankunft mit uns einen Guide auf englisch buchten! Der Guide war super nett, selbst ein Nachfahre der Maya und wusste sehr viel. Durch seine offene Art und interessanten Informationen, wurde der Rundgang durch die Ruinen zu einem abwechslungsreichen Erlebnis und am Ende hatten wir eine gute Vorstellung davon, wie es einmal in Chichén Itzá ausgesehne haben könnte!

Im Internet kann man sehr oft lesen, dass empfohlen wird die Ruinen so früh wie möglich zu erkunden, da die Besuchermassen erst etwas später kommen und genau so war es. Wir mussten nur ca. 10 Minuten anstehen und konnten dann gleich los. Da die Anlage sehr groß ist (einer der weitläufigsten Ruinensätten in Yucatan) verläuft sich der Besucherstrom am Anfang ein wenig solange noch nicht so viele Menschen da sind. Deshalb war es perfekt für uns 😉

Auch wenn wir im März schon einmal hier waren, hat uns Chichén Itzá erneut total fasziniert, denn die Ruinen sind in ihrer Größe und vorallem Bedeutung einfach nur beeindruckend!

Die Ruinen stammen aus der späten Mayazeit und sind nach Teotihuacán (Andrea ist sehr begeistert von Teotihuacán!) die meist besuchteste archäologische Stätte Mexikos. Chichén Itza wurde 1988 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Besonders ist das verschiedene Baustile aufeinander treffen, wie zum Beispiel der Puuc Stil und toltekische Baustile. Der Guide sagte uns, dass man Chichén Iztá in einen neuen und alten Teil unterscheiden kann. Der alte Teil, der von den Maya errichtet wurde liegt auf einem tieferen Niveau, der toltekische Teil wurde nachträglich auf einer künstlich angelegten Plattform erbaut.

Pyramide des Kukulcán

Die Pyramide des Kukulcán ist unumstritten das Highlight eines jeden Chichén Itza Besuches und auch dieses Mal hat sie uns begeistert. Sie ist mit ihren 30m Höhe nicht nur sehr eindrucksvoll, sondern weist ausserdem die fortschrittlichen Kalenderkenntnisse der Maya auf. An den vier Seiten befinden sich in jeder Himmelsrichtung jeweils 91 Stufen (4×91 = 364) und das Tempelhaus selbst steht noch einmal auf einer eigenen Stufe ( 364+1 = 365 Tage ). 52 Platten an den Seiten symbolisieren die 52 Wochen.

Jeweils am 21. März und am 23. September (Tag- und Nachtgleiche) entsteht durch den besonderen Lichteinfall ein unglaublicher Lichteffekt. Auch dieses unglaubliche Schauspiel entsteht auf der für die Maya wichtigen Nordseite (Andrea ist schon während des beschreibens ganz aus dem Häuschen)  🙂 . Die vier Frontseiten der Pyramide sind komplett im Schatten und nur die Ecken der Nordseite werden erleuchtet sodass es mit den Schlangenköpfen am Ende der Treppe aussieht als würden zwei Schlangen aus dem Tempelhaus zur Erde hinabgleiten.

Ein weiteres Highlight an der Nordseite(!!!) der Kukulcán pyramide ist, das wenn man in die Hände klatscht (geht aber nur beim Klatschen) ein Geräusch erzeugt, das sich anhört wie ein Rufen des Quetzal (Wappentier von Guatemala). Dieser Vogel wurde von den Tolteken, Maya und später von den Azteken als Gottheit verehrt (Quetzalcoatl = gefiederte Schlange). Die Schlange symbolisiert Fruchtbarkeit und die Federn vom Quetzal zusammen bildeten die Gottheit. Bei den Maya hieß sie Kukulcán.

Juego de Pelota

Am Juego de Pelota, dem großen Ballspielplatz kann man einiges sehen und vor allem hören. Dieser Ballspielplatz ist der größte in Chichén Itzá und es sollen sich noch ca 11 weitere auf dem Gelände befinden. Dieser war aber eher zum Schaustellen politischer und religiöser Macht angelegt, anstatt zum wirklichen Spiel, was man an den sehr hohen Ringen sehen kann durch die der Ball befördert werden musste.

Gespielt wurde mit einem Ball aus Kautschuk (2-3 kg schwer) und wie man an den Seienwänden sehen kann gab es einige Besonderheient. Es spielten zwei Teams (mit 7 Spielern) gegeneinander und jedes Team hatte einen Kapitän. Uns wurde erklärt es sei eine Tradition gewesen, dass der Kapitän des gewinnenden Teams im Anschluss geopfert und ihm somit eine besondere Ehre zu Teil wurde. Dies erzählte uns nicht nur unser Guide sondern ist auch bildlich in der Mitte der seitlichen Mauern zu sehen. Man sieht sieben Spieler auf der rechten und sieben auf der linken Seite stehen. Dem rechten Spieler fehlt der Kopf der auf dem Boden liegt und seinem Körper entweichen aus dem Hals sieben Schlangen die für das Blut stehen.

Eine weitere Besonderheit ist die Akkustik die umwerfend ist, denn sobald man etwas sagt, klatscht oder ähnliches gibt es ein Echo.

Am mittigen Ende des Platzes steht ein großer Sockel auf dem wahrscheinlich der hohe Priester platz gefunden hat. Von hier aus lässt sich am besten die Lautstärke der Wörter verstärken, damit auch jeder hören kann was er sagte. Aufgrund des begrenzten Platzes wird vermutet das hier nur ausgewählte und Menschen hohen Ranges zutritt hatten.

Cenote Sagrado

Auch in Chichén Itzá gibt es natürlich Cenoten. Hier sind es zwei und die Pyramide des Kukulcán liegt genau in ihrer Mitte auf einer Nord-Südachse. Der Norden war für die Maya eine besondere Hilmmelsrichtung was man oft in ihren Bauten sehen kann. Die größere Cenote (Cenote Sagrado= heilige Cenote) war wahrscheinlich ihr zentrales Heiligtum denn es wurden Menschenopfer (darunter auch Kinder) sowie Gold- und Jadeschmuck gefunden. Die Cenote im Süden diente hingegen als Wasserspeicher.

„Chi“ bedeutet in der Mayasprache soviel wie Mund, „Chén“ = Brunnen und „Itzá“ ist der Name des Volkes. Also kann man sagen das diese Cenote der Namensgeber von Chichén Iztá war.

Cenote Sagrado

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