#39 Unser Besuch in Tikal

#39 Unser Besuch in Tikal

Rooooooooaaaaaaaaaarrrrrrrrrr....
Aufstehen Bitte!
It´s animal time!

In der Nacht wurden wir um ca. 4 uhr von den Dinosauriern geweckt! Dinosaurier? Oh ich meinte natürlich von den Brüllaffen! Auch wenn sie bei den Jurassic Park Filmen den Sound für den T-Rex lieferten, freuten wir uns tierisch die Brüllaffen zu hören. Es war als würden sie direkt neben unserem Zelt sitzen! Wir mussten eh bald aufstehen denn wir wollten pünktlich um 6 Uhr morgens am Eingang von Tikal sein um unser Ticket bestmöglich zu nutzen und vielleicht ein paar Tiere zu sehen.

Die Gran Plaza und ganz viele Tiere!

Es waren nur wenig andere Menschen hier auf dem Hauptplatz von Tikal und die, welche zum Sonnenaufgang hier waren, hatten sich schon auf den Rückweg gemacht. Perfekt! Wir gingen also um 6 Uhr los und erreichten nach ca. 15 Minuten den großen Platz. Es war unglaublich hier waren ca. 4 andere Menschen die an der Acropolis saßen und sonst waren wir alleine! Wir stiegen auf den Templo II und sahen wie die Papagaien fast schon unter uns umherflogen. Es gab noch eine Menge andere Vögel die genauso hin und herschossen und wir genossen die Stille die mit Vogelgezwitscher, dem Brüllen der Affen und den natürlichen Geräuschen des Dschungels gefüllt war. Es war wie in einer anderen Welt zu sein. Wir entdeckten große bunte Pfauentruthühner die dort wild leben, wir sahen Tukane und zwar so viele das wir sie diesesmal sogar ENDLICH fotografieren konnten und andere Vögel deren Namen wir nicht kennen, die aber in ihrem wunderschönen Federkleid einfach ein Traum für uns waren. Es war als wären wir im Dschungel und würden dort alleine, ohne Touristenmassen, Tempel und Ruinen erkunden! Es war ein tolles Gefühl.

Wir stiegen auf den Templo II und hatten einen wunderbaren Ausblick auf Templo I, die ganzen Vögel und die Acrópolis Central. Templo I wurde zu Ehren von König Ah Cacao und als dessen Grabstätte erbaut. Man kann ihn nicht besteigen aber dafür Templo II.

Templo 4

Als nächstes gingen wir zum Templo IV, der mit fast 65 Metern der höchste in Tikal ist. Den herrlichen Ausblick und die Stille genießend machten wir eine kleine Pause. Erst als einige andere Besucher dazu kamen, gingen wir wieder runter und dann sahen wir sie! Eine große Gruppe von mindestens 15 Klammeraffen saßen dort im Baum! Nachdem wir sie ein paar Minuten beobachten konnten hangelten sie sich nacheinander weiter tiefer in den Urwald hinein! Oh Mann, das war aber klasse! Als sie weg waren konnten wir noch einen Nasenbären beobachten der ganz in Ruhe auf der Suche nach Nahrung herumschnüffelte und mitten über den Platz spazierte! Es ist so unglaublich gewesen wie viele Tiere wir in kurzer Zeit zu sehen bekamen. Aber dann war auch relativ bald Schluss damit, da mehr Besucher ankamen. Jetzt waren wir nicht mehr alleine an den Orten aber es war auch nicht überlaufen sondern sehr angenehm! In Mexiko hatten wir fast nie so leere Ruinenstätte und deshalb genossen wir das jetzt so richtig.

Fun Fact

Eine weitere schöne Info zu Tempel 4 ist, dass die Aussicht von genau diesem Platz in Star Wars Episode 4 „Eine neue Hoffnung“  zu sehen ist. Man sieht in dem Filmausschnitt die Tempel 1,2 und 3 und den Millenium Falke der sich im Landeanflug zum Rebellenlager befindet.

Blick von Templo IV auf Tikal (Tempel 1,2,und 3 von links)

Mundo Perdido und die Plaza de los siete Templos

Wir besichtigten noch die Mundo Perdido und die Plaza de los siete Templos. Das waren zwei schöne Areale mit einer super Aussicht von der Mundo Perdido Pirámide und wir waren sehr begeistert. Auch hier waren wir schon wieder fast alleine.

Templo 5

Wir waren auch beim Templo 5 und haben dort eine nette Gruppe getroffen. Die eine Dame aus der Gruppe kam aus Lívingston in Guatemala und die anderen aus Mexiko. Nach einem kurzen Gespräch trennten wir uns wieder da andere Japanische Touristen den mexikanischen jungen Mann für Fotos in Beschlag genommen hatten, welcher es offensichtlich genoss und wir dann weitergingen. Damals wussten wir noch nicht das wir Lívingston einmal selber besuchen und dann an sie denken würden.

Nachdem wir am Mittag die Bauten im Norden angesehen hatten, haben wir auf dem zentralen Platz Gabby wieder getroffen. Sie ist eine unglaublich positive, offene und angenehme Person die wir schon bei unserem ersten Aufenthalt im Guesthouse in San Ignacio kennengelernt haben. Es war so schön sie zu treffen! Sie kommt aus der USA, ist Tierärztin und arbeitete für kurze Zeit hier. Sie war auch diejenige die mich vor dem Ausflug in die ATM Cave wegen meiner Angst vor Spinnen beruhigen wollte und erzählte mir, sie hätte kein Tier gesehen denn da würde nichts leben! 😉

Jetzt in ihrer letzten Woche kam ihre Mutter zu Besuch und sie machten einen Tagesausflug nach Tikal. Es war Zufall aber wir trafen Gabby auf dem zentralen Platz und lernten ihre Mutter kennen. Beide sind unglaublich sympatisch und nett gewesen. Sie waren sogar so lieb das sie uns Geld tauschten (wir haben ihnen Belize und sie uns US Dollar gegeben) obwohl sie uns sogar etwas mehr gaben als sie eigentlich sollten! DANKE!!! 😉

Wir waren und sind ihnen unglaublich dankbar und können unser unverschämtes Glück mal wieder kaum fassen da wir jetzt mit ihrer Hilfe Trinken kaufen, den Guide bezahlen und somit unabhängig ein Colectivo am nächsten Tag wählen konnten. Das verabredete Colectivo wäre nämlich erst spät am Nachmittag gefahren und wir hätten ja schon vormittags auschecken müssen. Also DANKE an Gabby und ihre Mama! 😉

 

Grupo G

Wir machten also viel entspannter eine kleine Mittagspause mit Cracker, kleingeschnittener Avocado und Tomaten (das hatten wir noch aus Santa Elena). Wir gingen gestärkt in den Nachmittag und besichtigten noch so einiges bevor wir zurück zum Eingang aufbrachen wo wir unseren Guide für die Sonnenuntergangstour trafen.

Dann besichtigten wir die Grupo G und hier war alles sehr luxuriös, da an diesem Ort Besucher empfangen wurden. Wir haben uns hier sehr lange aufgehalten da wir nachdem wir durch die Gebäudereste geklettert sind, ein paar ganz süße Affen und Nasenbären (Pizotes) gesehen haben, welche sich von uns nicht stören ließen und fleißig weiter nach Nahrung suchten. Es war unglaublich faszinierend denn sie suchten nicht nur auf dem Boden sondern auch in den Bäumen nach Essbarem und waren dabei sehr geschickt. Es war so süß!! 🙂

Templo 6 und Complejo R sowie Q

Am Nachmittag besichtigten wir noch den Templo VI der auf der Rückseite seines Daches noch eine besondere Innenschrift verbirgt die man allerdings in der Sonne, aufgrund der Verwitterung des Steines und so weit oben schlecht sehen kann. Auf dem Weg zum Templo VI und auch auf dem Weg zurück begegneten wir einem sehr lauten Geräusch. Es war ein ganz schnelles und sehr lautes klopfen was immer wieder unterbrochen wurde. Manchmal war es ganz schnell und manchmal nur ein- oder zweimal hintereinander und dann gefolgt von Stille. Als wir die Quelle der Geräusche fanden, sahen wir diesen wunderschönen kleinen Specht der sich wohl die beste Stelle des schon zerlöcherten Baumes herraussuchte.

Danach gingen wir an den Complejo R und Q vorbei zurück zum Ausgang.

Als wir unseren Guide am Eingang trafen gaben wir ihm ein paar Dollar und waren dann quitt! Perfekt! Dann gingen wir mit ihm wieder hinein und er erzählte uns noch etwas über Tikal.

Wenn ihr Interesse an Tikal habt, schaut auch auf unserer Seite über Tikal vorbei, da haben wir noch ein paar Infos über diese unglaublich Stätte der Maya.

Unsere Sonnenuntergangstour

Dann pünktlich zum Sonnenuntergang erklommen wir erneut die „Mundo perdido Pyramid“.Kurz bevor die Sonne hinter dem Horizont verschwand bat unser Guide alle Anwesenden um Ruhe. Das war sehr gut denn so war es ein Genuss den unsere Ohren ebenso wie unsere Augen für uns zu einem besonderen Erlebnis machten. Wir sahen einen wunderschönen Sonnenuntergang direkt über den Baumkronen von Tikal! Es war einfach einzigartig! Die wundervollen Farben und die langsam untergehende Sonne die hinter den Baumkronen des Urwaldes verschwand, war ein Traum. Dabei lauschten wir den immer aktiver werdenden Tieren und der Urwald erwachte erneut.

Wir gingen zurück und es wurde richtig schnell dunkel. Der Guide hatte eine Lampe und ich dachte „Klasse wenn wir nah an ihm bleiben, dann reicht es auch für uns“ denn wenn man eine Lampe anmacht kommen gleich ganz viele Viecher.

Doch nach ein paar Minuten registrierte ich plötzlich eine blitzschnelle Bewegung direkt dort, wo ich gerade meinen rechten Fuß hingesetzt hatte. Ich sprang nach links und dann sahen wir sie. Direkt da wo ich gerade noch meinen Fuß hatte lag eine Schlange. Sie war dünn, ganz weiß und hatte schwarze Dreiecke auf dem Körper! Ich, mit dem Schreck meines Lebens, ging gleich zur Seite und der Guide schaute sofort was los war. Als er die Schlange sah meinte er nur wir sollten alle etwas weiter zur Seite gehen denn sie sei sehr giftig und ich hätte sehr Glück gehabt.

Er nahm einen langen Stock und fegte sie mit einer schwungvollen Bewegung zur Seite und in den Urwald zurück, damit die nächste Gruppe ihr nicht auch begegnete. Vielleicht hat er gehofft Andrea (die ganz bleich und die schon über denn Sinn und der Wert des Lebens nachdachte) zu beruhigen, jedenfalls sagte er: “ Die Schlange ist eher eine, die sich schnell verteidigt aber weil sie gemerkt hat das du ein guter Mensch bist hat sie dich nicht gebissen!“ AAAAHA damit kann ich natürlich so gar nichts anfangen und kann nicht verstehen das Menschen heutzutage wirklich an sowas glauben. Wahrscheinlich war das einfach nur Glück und die Schlange hat mich deshalb nicht gebissen und nicht weil sie weiß ob ich ein guter oder böser Mensch bin. Wenn die Welt so einfach wäre und guten Menschen nichts passieren würde… Aber so funktioniert das nicht. Vieles ist nicht fair. Und das eine Schlange spüren kann ob man gut oder böse ist, kann ich nicht so ganz glauben…

OK jetzt war ich ganz froh daß wir im Dunkeln mit einem Guide unterwegs waren!!! Mit zwei weiteren Lampen gingen wir also zurück und kamen heile wieder an unserem Zelt an.

Giftige Schlange in Tikal

Unser Fazit

Wir sind der Meinung das Tikal eine ganz besondere Mayaruine ist und uns hat es unglaublich gut gefallen! Wir hatten einen total tollen Tag und sind sehr froh es genau so gemacht zu haben wie es am Ende war. Wir haben im Nachhinein noch einige Reisende getroffen die sagten sie hätten so gerne z.B. einen Tukan gesehen und wir hatten hier um kurz nach 6 Uhr morgens ganz viele und die beste Möglichkeit auf unserer gesamten Reise sie zu beobachten und zu fotografieren.

Tikal ist riesig und auch wenn wir es versucht haben, man kann Tikal nicht entspannt komplett an einem Tag besichtigen. Wir haben leider einige interessante Bereiche nicht besichtigen können weil der Tag einfach schon rum war. Vielleicht würden wir beim nächsten mal sogar zwei Tage einplanen.

Leider konnten wir nicht in die Museen, hätten gerne mehr Zeit für die Plaza Oeste, die Grupo H,P,O, N, für die Rock Sculpture und für den Tikal Aguada gehabt, welchen wir leider nicht sehen konnten. Am Besten macht man sich vorher einen Plan was man alles unbedingt sehen möchte. Andrea´s Plan alles zu sehen ging leider nicht auf.

Also unsere Tipps für Tikal:

  • Beachten das man den Eintritt nicht mit Kreditkarte zahlen kann 😉
  • Unbedingt gleich morgens um Punkt 6 Uhr dort sein wenn man Tiere sehen möchte (die Übernachtung dort war klasse)
  • Wir würden tatsächlich nicht empfehlen dort mit Flip Flops entlangzulaufen und schon garnicht im Dunkeln
  • Ausreichend Wasser und Snacks mitnehmen
  • Uns wurde eine Tolle App empfohlen namens Tikal von World Culture Guides
  • Mückenschutz nicht vergessen 🙂

 

 

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  1. Wie immer war euer Bericht sehr aufschlussreich. ich wusste gar nicht, das es dort so viele Tempels gibt. Sehr anregend. Rita kunstwadl

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