#36 Xunantunich und Barton Creek Cave

#36 Xunantunich und Barton Creek Cave

Xunantunich

An diesem Tag machten wir auch wieder von San Ignacio einen Ausflug aber dieses Mal ohne eine geführte Tour. Zum Glück ist die Mayaruine Xunantunich nur ca. 11 Km von San Ignacio entfernt und super einfach zu erreichen. Wir nahmen den Bus und fuhren los. Der Busfahrer lies uns nach kurzer Zeit an der Abzweigung vom Western Highway heraus. Als nächstes mussten wir eine Fähre nehmen die noch mit einer Handkurbel betrieben wird um Autos und Menschen über den Mopan River zu bringen. Es ist wunderschön dort! Wir hatten noch einen 1,5 Km langen Weg zu den Mayaruinen vor uns und wir fanden das dieser Weg genauso wie die Ruinen ein Highlight des Tages waren und uns sehr begeisterten!

Alles ist grün, der Weg ist relativ wenig befahren und um uns herum war alles bunt und mit verschiedenen Vögeln und Schmetterlingen gespickt. Wir genossen die Artenvielfalt und ihr werdet es nicht glauben an diesem Tag ganz weit oben in einem Baum hörten wir ihn…

…einen Tukan! Unser Guide der mit uns zuvor in der ATM Cave war hatte uns den Ton eines Tukans „beigebracht“ und wir erkannten das Geräusch sofort wieder. Wir spähten in die Bäume und da saß er. Weit oben im Grün der Bäume halb versteckt aber trotzdem deutlich sichtbar. Ich versuchte sofort so schnell aber auch so leise wie möglich das Zoomobjektiv hervorzuholen damit ich endlich ein Foto von einem freilebenden Tukan machen konnte und dann…..

….flog er weg. Oh nein! Ich war offensichtlich zu langsam! Das darf doch wohl nicht wahr sein! Das war schon der zweite Tukan (er ist der Nationalvogel von Belize) und ich habe zwei Exemplare deutlich sehen können und hab am Ende kein Foto. Es wurmte mich etwas aber hier war es definitiv viel zu schön um lange missgelaunt weiterzugehen.

Dann kamen wir auch schon zum Eingang der Ruinen. Es war relativ leer und so ließen wir das Museum links liegen und machten uns gleich auf dem Weg zu den Ruinen. Xunantunich (bedeutet Steinerne Frau) war schon sehr früh (1000 v. Chr. ) besiedelt, allerdings entstanden die großen Bauten erst im 7. Jh.n.Chr. Wahrscheinlich hatte der Ort damals bis zu 10000 Einwohner damit war es schon kein kleines Dorf mehr aber auch keine Großmacht.

Nichtsdestotrotz ist Xunantunich unglaublich beeindruckend. Es ist schön auf einer abgeflachten Hügelkuppe gelegen und „El Castillo“ ist atemberaubend. Natürlich erklommen wir die Stufen bis ganz hinauf denn von hier oben hat man einen unglaublichen Ausblick. Der 360° Grad Rundumblick über die Bäume, auf der ca 40 Meter hohen Ruine zu stehen und bis zum nahen gelegenen Guatemala schauen zu können war etwas ganz besonderes. Ca um 900 herum wurde die Anlage verlassen und erst Ende des 19. Jahrhunderts wiederentdeckt.

Auch schon in Mexiko wurde uns der All Spice Baum immer wieder gezeigt. Nach einigen Ruinen haben wir jetzt endlich mal ein schönes Foto davon und konnten auch daran riechen. Die Rinde riecht noch nicht aber wenn man die Rinde ein wenig abreibt kann man den besonderen Geruch wahrnehmen. All Spice heißt bei uns Piment und der reichhaltige Geschmack erinnert an Pfeffer, Muskat, Nelken und Zimt gleichzeitig. Deshalb wird es manchmal auch Viergewürz genannt.

Am Ende nachdem wir noch das kleine aber informative Museum am Ausgang besucht hatten, hörten wir es draußen mächtig krachen. Es hörte sich nach Randale an und genau so war es auch! 😉 In den Bäumen saßen ca. 5 Klammeraffen die sich wild durch die Bäume schwangen und dabei fielen immer mal wieder ganze Äste herrunter. Manchmal sieht es schon sehr gewagt aus und ich hatte das Gefühl mein Herz bleibt stehen und der Affe „fällt“. Es sieht tatsächlich so aus als würden sie fallen, dabei springen sie von einem Baum zum nächsten und zwischendurch sind sie in der Luft als würden sie fliegen. Dann greifen sie allerdings blitzschnell zu und sitzten sicher im nächsten Ast. Der Mann unserer Vermieterin in unserer Unterkunft ist Polizist und manchmal ist er in Xunantunich, Caracol oder an verschiedenen Orten eingestzt. Einmal war er wohl in Xunantunich und ein kleiner Brüllaffe ist vom Baum gefallen. Sie haben ihm wieder hinein geholfen (da er wohl etwas benommen schien) aber er hat es anscheinend ganz gut überstanden. Zum Glück ist das erst einmal passiert.

Ich hätte ihnen stundenlang beim Toben zusehen können und war einfach nur glücklich sie gesehen zu haben und sogar ein paar Bilder machen zu können! 🙂

Barton Crrek Cave

Wir buchten erneut eine Tour bei „Maya Walk Tours“ und dieses Mal waren wir tatsächlich ganz alleine. Also fuhren wir mit dem Guide los und gelangten schon nach ca. einer Stunde in das Tapir Mountain Nature Reserve. Belize ist ein sehr faszinierendes Land und jedes Natur Reservat ist sehr unterschiedlich (was sogar Andrea bemerkt). Leider haben wir keinen Tapir gesehen, was aber laut unserem Guide unglaublich selten möglich ist.

Das Auto hielt an einem Picknicktisch mitten im Grünen umringt von vielen bunten Blumen und Vögeln. Wir gingen zu ein paar Kanus am Wasser und setzten uns also zu dritt in ein Kanu. Andrea saß ganz vorne, dahinter Ruben und dann der Guide. Wir schalteten unsere Lichter an unseren Helmen ein und der Guide fuhr uns in die Höhle.

Als wir langsam hinein glitten wurde es sofort ganz still um uns herum. Es war als würde man eine andere Welt betreten. Wir hörten nur gelegentlich leise Wassertropfen von der Decke fallen und die Stimme unseres Guides. Dieser hatte einiges Spannendes über die Barton Creek Cave zu erzählen wie z.b. das diese Höhle mehrere Millionen Jahre alt ist.

Trotz zahlreicher Plünderungen in der Vergangenheit wurden in der Höhle Spuren gefunden die belegen das die Maya der klassischen Periode die Barton Creek Cave für zeremoniellen Zwecke genutzt haben. Es wurden unter anderem Keramikscherben und die Überreste von mindestens 28 Toten gefunden.

Während man durch die Höhle gleitet kann man große Felsformationen entdecken, viele verschiedenfarbige Gesteine bewundern und die riesigen Stalakmiten und Stalaktiten ansehen. Unsere Lichter traf auf funkelnde Kristallformationen und entdeckten Fledermäuse und wunderschöne farbige Felswände.

Es war ein richtig toller, interessanter und (auch wenn man nur in einem Kanu sitzt) ein spannender Ausflug der uns sehr gut gefallen hat. Wir finden es immer wieder unglaublich faszinierend was die Natur so alles erschaffen hat, dass es schon so lange existiert und so vieles überdauert. Da fühlt man sich doch glatt ganz klein und jung! 😉

Nach einem Leckeren Mittagessen konnten wir noch ein wenig die Umgebung erkunden. Wir sahen ein Restaurant und folgten einem kleinen Weg über Brücken und durch das Grün der verschiedenen Bäume und Gewächse. Etwas oberhalb entdeckten wir dann das man hier auch Ziplining machen kann. Wir waren allerdings mit unserem Tag mehr als zufrieden und hätten ihn gegen keine andere Unternehmung eingetauscht.

About Andrea

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  1. liebe Andrea und lieber Ruben
    das ist echt spannend eure Kommentare und Bilder zu verfolgen.
    Ich lese gerade das Buch „eine kurz Geschichte der Menschheit“ und es ist wunderbar, nun auch Bilder von Höhlen und ursprünglichen Lebensorten dazu zu bekommen. vielen Dank dass ihr uns so an euren Erlebnissen teilhaben läßt.
    Auch finde ich es sehr spannend, dass es in Belize (von dem Land habe ich bisher noch wie was gehört) auch Tapir – Äffchen gibt. Die haben wir auf den Philippinen gesehen.
    ganz herzliche Grüße
    Brigitte

    1. Hallo liebe Brigitte,
      Danke für deinen schönen Kommentar! 🙂
      Oh von dem Buch habe ich schon ganz viel Gutes gehört! Gefällt es dir?
      Mal schauen ob ich demnächst auch mal dazu komme es zu lesen.
      Das ist ja sehr treffend das unsere Erlebnisse zu dem Buch passen! 🙂
      Also Affen gibt es hier ganz viele und vor allem bei den Ruinen im Dschungel. Am meisten kann man Klammeraffen und auch Brüllaffen finden! 🙂
      Mit dem Tapir hast du Recht. Ich glaube es gibt drei Arten und die sind in Mittelamerika, Südamerika und Südostasien beheimatet…
      Habt ihr freilebende auf den Philipienen gesehen?
      Wir bisher leider noch nicht…. Mal sehen ob wir Glück haben werden oder nicht. 😉
      Ganz viele Grüße Andrea und Ruben

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